Kopf im Sand, die II.

Na Monsterherz, haben wir den Leuten gestern nicht noch erzählt, dass das mit dem Arbeiten ganz gut läuft?  Haben wir. Hätten wir gern.

Plötzlich am gestrigen Abend wieder große Ängste, große Tränen und kaum Schlaf. Völlig fertiges Aufwachen, sich grämen, weil es jetzt doch wieder schwer ist. Wieder nicht das, was ich sein wollte.

Ich kann euch gar nicht beschreiben, wie ich mich gerade fühle. Versuche es aber. Ungeduldig bin ich, weil ich begriffen habe, dass der Schlüssel zu allem an jener Stelle liegt, an der ich es schaffe mir selbst gegenüber wohlgesonnener zu begegnen. Trotzig, weil ich es einfach nicht hin bekomme. Und wütend, weil ich trotzig bin, obwohl ich weiß, dass das nur destruktiv ist. Ich bin mir nie genug. Trotz Ängste und Schlafmangel war ich heute Arbeiten, inklusive zweier Überstunden, weil gerade so viel Personal fehlt. Tada. Ich wäre so gerne stolz auf mich, würde mir auf die Schulter klopfen können. Aber ich kann es nicht. Ich bin stattdessen traurig, weil ich gehofft habe es bliebe jetzt Mal eine Weile einfacher. Ich hebe beide Hände in die Höhe, gebe auf, ich habe heute und gerade keine Kraft mehr ich zu sein. Vielleicht kann ich mich morgen wieder tragen – was mache ich jetzt bloß in der Zwischenzeit mit mir? 🙈🙈

Ich stand mir in meinem ganzen Leben niemals mehr selbst im Weg, glaube ich. Das ist traurig und nicht unbedingt sehr motivierend – aber auch das ist Teil meines Lebens mit den Depressionen, mit der Angst zu Versagen. 

13 Kommentare zu „Kopf im Sand, die II.“

  1. Das kenne ich auch: Wenn ich denke, „Hey, läuft ja besser als gedacht!“ kommt plötzlich doch noch ein Absturz. Ich hatte das schon sehr oft, dass die Angst sich nach ein paar Tagen erstmal verstärkt hat. Aber wenn ich es geschafft habem da dann mutig durchzugehen, ja dann … dann wurde die Angst nachhaltig weniger. Also mutig voran, liebe elefantenblau! Warum wirst Du es schaffen? Weil Du es willst!

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  2. Mmmh, stellt sich die Frage: wer bin denn ICH? Oder ist das, was ich als ICH betrachte nur ein Konzept. Wenn ICH traurig bin, bin ich ICH, es sei denn, ich wäre in Wirklichkeit freudig und habe mir aus irgendeinem Grund die Trauer übergestülpt. Wenn ich trotzig bin oder wütend oder oder oder, dann bin ICH das auch. Ich glaube, ein großes Problem in der Depression ist, dass wir eine Idee haben, wie wir zu sein haben, ungeachtet dessen, was wirklich gerade da ist. Depression ist okay. Selbstliebe heißt Selbstannahme, so wie es gerade ist…

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      1. Hört sich so leicht an, nicht wahr? Aber es bedeutet eben in erster Linie, sich so anzunehmen, wie man ist, aber nicht sein will. Hab Geduld mit Dir! Das ist ein Prozess. Es ist im Grunde ein Training. Einfach dran bleiben.

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  3. Hast Du mal Yoga und Achtsamkeit/Meditation probiert? Da lernt man, aufzuhören, sich selbst immer zu bewerten. Könnte vielleicht helfen, oder? Liebe Grüße! Und ich erinnere mich dunkel, dass ich Dir vorausgesagt habe, dass solche Phasen wieder kommen. ist nur eine Phase. Du schaffst das!

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  4. Du schaffst das, überlege mal, wie lange Du Zeit hattest, diese Muster aufzubauen. Dann darf das Abbauen – so unangenehm das auch sein mag – doch auch etwas dauern. Versuch die Momente zu sehen, in denen es gelingt. Nicht die Momente, in denen Du scheiterst.

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