Disguising the obvious.

Ja, doch, ich komme heute leider nicht umhin mich selbst zu fragen, ob ich eigentlich ein wenig bescheuert bin. Immerhin habe ich einen halbwegs ausgeprägten Verstand und in mir geistert auch eine gewisse Vernunft herum, da könnte man meinen ich hätte was im Kopf.

Es ist nichts dramatisches – und es ist es irgendwie doch.

Im Moment funktioniere ich, hier und da, dort wo ich eben gerade gebraucht werde, da wo es passt und laste mir dazu immer noch ein wenig mehr auf. Und in erster Linie finde ich das toll Рhey, ich bin endlich eine solche Powerfrau, wie ich sie schon lange sein wollte. Habt ihr noch irgendwas abzugeben, klar, ich mach das gerne. Die Welt um mich fällt zusammen, Drama in der Arbeit, die Wohnung eine Baustelle? Scheißegal, ich steh das durch, atmen kann ich später noch.

Ja genau.

Und auf meinem Herzen sitzt das Monsterherz freudig erregt und klatscht, es hat schon lange nicht mehr so viel Futter von mir bekommen.

Langsam merke ich, dass ich mit meiner Gesundheit spiele, was hei√üt langsam, in mir drin wei√ü ich das schon lange. Ich sage euch, dass das d√§mlich ist und ich mich √§rgere, denn nein, ich will auf keinen Fall nochmal etwas in Richtung Depression provozieren, die √Ąngste untermauern. Nein,nein,nein. Ich will doch weg davon. Super, wenn man sich dann entgegengesetzt verh√§lt.

Will mich anlehnen und gehalten werden, will kein Gramm mehr von irgendwem anders tragen – aber ich kriege es nicht hin. Nicht mal beim Freund schaffe ich es, so sehr bin ich gerade auf Funktionalit√§t ausgerichtet. Ich seh die Alarmanlage blinken, kann die grellen Sirenen h√∂ren, wie eine Schiffbr√ľchige treibe ich irgendwo in mir selbst dahin und habe mich verloren. Zum xxxx.ten Mal.

Trotzdem muss ich nicht b√∂se oder w√ľtend auf mich sein – obwohl ich das gerade im Moment durchaus bin, k√∂nnte doch echt einfach besser aufpassen, auf mich. Aber nix da, Schluss mit dem Lamentieren – 19 Jahre verinnerlichtes Verhalten und vorgelebte Ideale lassen sich eben nicht so schnell ausradieren.¬†Geduld.¬†Alles positive in meinem Leben hat damit zu tun.

Die letzten 14 Tage habe ich es erneut erfolgreich geschafft auf Meditationen zu verzichten, wahrscheinlich aus Angst vor dem, was da alles hochkommen k√∂nnte. Etwa das Gef√ľhl der Einsamkeit, das sich langsam anschleicht, weil ich diese Mauer um mich herumbaue. Da darf man sich schon Mal selbst an den Kopf fassen, wenn man etwas meidet, dass einem im Gesamtbild nur gut tut und etwas riskiert, das man auf keinen Fall wieder haben m√∂chte.

Hey Monsterherz, freu dich nicht zu fr√ľh – ich krieg die Kurve schon wieder. Morgen. Oder so.

3 Kommentare zu „Disguising the obvious.“

  1. Wie unglaublich bekannt mir das alles ist ūüôā
    Ja keine Depressionen provozieren, indem ich Freiläufe zulasse.
    Rund um die Uhr beschäftigt sein!
    Und wenns geht, auch noch f√ľr andere da sein, um mir selbst zu beweisen, dass ich mehr kann, als die meisten anderen ūüėČ
    Um dann in eine Ecke zu kriechen und zu zittern, weil mir alles √ľbern Kopf w√§chst.
    Und davon zu träumen, wie schön es wäre, wenn da auch jemand wäre, der mich hält.
    W√ľnsche Dir eine gute Woche mit vielen Gl√ľcksmomenten – trotzdem !!!
    Und ganz liebe Gr√ľsse aus Wien ‚̧

    Gefällt 2 Personen

    1. Gr√ľ√üe zur√ľck – bei alldem spielt Geduld immer die gr√∂√üte Rolle. Wieder und wieder dasselbe durchkauen, bis man es irgendwann verinnerlicht. Das Blogschreiben hilft mir, weil ich dann ganz schonungslos offen reflektiere und nicht mehr vor mir selbst davon laufen kann.
      Ich w√ľnsche uns beiden mordsviel Geduld um aus diesem Kreis auszubrechen ūüėä
      Alles Liebe aus M√ľnchen

      Gefällt 2 Personen

  2. Oh. Wie gut, dass Du es selber f√ľhlst. Und wenn Du nicht meditieren kannst, dann mach Dir doch ne CD (oder Stream) mit Progresssiver Muskelentspannung an oder so was. Dann bist Du zumindest auch entspannt.

    Gefällt 1 Person

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