Sometimes I don’t know who to be.

In meinem Urlaub habe ich mich ein wenig mit meinen Ängsten beschäftigt, bin noch etwas tiefer gegangen, als üblich. Ich fragte mich, was nun eigentlich genau hinter meiner Angst steht, hinter der Angst vor Plätzen mit zu vielen Menschen, neuen und ungewohnten Situationen, der Angst davor, im Flugzeug eingesperrt zu sein – all diesen mich so beschränkenden Ängsten.

Nun, ich schätze ich habe mich bisher nicht getraut so deutlich hinzusehen, weil ich die Antwort schlichtweg nicht wahrhaben wollte und dachte, dass ich da absolut drüber stehen würde.

Tatsächlich scheine ich einfach vollkommene Angst davor zu haben, dass ich mich absonderlich verhalten könnte und dann nicht mehr liebenswert für Andere wäre. Nicht mehr okay. Nicht in Ordnung. Dass man mich verstoßen und ausgrenzen könnte, ich nicht mehr dazu gehöre.

Da kommt natürlich eins zum anderen – bei dieser hohen Erwartungshaltung an mich selbst, kann es ja gar nicht anders passieren, als, dass ich mich so unter Druck setze, dass dadurch Unmengen an Ängsten entstehen. Da draußen lauern schließlich Unmengen an Gefahren und Fallen, in die ich stolpern und mich schließlich daneben benehmen könnte. Und ja, vor dieser Erkenntnis habe ich mich trotz allem geistigen Wachstum der letzten Monate grandios versteckt. Wer gibt schon gerne zu, dass er so gesteuert von den Erwartungen Anderer ist? Dabei bin ich ja nur gesteuert von mir selbst und meiner Kopfmacke, niemand da draußen verlangt das von mir, das tue nur ich.

Ebenso wenig verwunderlich ist woher das kommt, ich habe schon als kleines Mädchen gelernt, dass ich vor allem dann toll bin, wenn ich keine Probleme mache und nicht auffalle. Aber ich bin nicht mehr dieses kleine Mädchen. Ich bin eine erwachsene Frau von bald 27 Jahren, die immer noch versucht sich in ihre Kinderschuhe hineinzuquetschen. Und das ist okay, so bin ich, so wurde ich – aber so muss und möchte ich nicht bleiben und ich darf loslassen. Monsterherz, lass los, lass es los, wir brauchen das nicht mehr.

Und so finde ich mich wieder und wieder auf meinem Weg, auf dem ich lernen möchte, mich selbst zu lieben und mich anzunehmen. Und loszulassen.

Habe ich euch eigentlich schon mal gesagt, dass ich mir mehr und mehr vorkomme, wie eine Zwiebel, die Schicht um Schicht ihre Schalen verliert? Einige dieser Schalen haben die Beschaffenheit von Panzerglas, andere sind federleicht und irgendwann, so hoffe und glaube ich, werde ich herausfinden und spüren, was wirklich in mir steckt.

 

Mit Liebe.

 

Where did it go – Ami

7 Kommentare zu „Sometimes I don’t know who to be.“

  1. Das Bild, das Du in Deinem letzten Absatz zeichnest, finde ich sehr schön. –

    Ängste … – das ist für mich eins meiner zwei großen Themen, was meine Psyche angeht. Manche Deiner Fragen und Erkenntnisse kommen mir bekannt vor. Andere weisen auf Unterschiede hin – ich bin da nach Jahren nach wie vor sehr auf der Suche. (allewrdings bin ich erst durch meine Therapien fafür sensibilsiert worden, und die erste begann für mich vor gerademal gut drei Jahren …) Manchmal zweifle ich allerdings inzwischen, ob mich das wirklich noch einmal weiterbringt.

    Dein Text spricht von Zuversicht, die Du gefunden hast. Das schenkt mir Freude …

    Sehr liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

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